Behandlung der Paraphilien

Es besteht nur eine behandlungsbedürftige Störung des sexuellen Interesses (der Sexualpräferenz), wenn der Betroffene selbst oder der Sexualpartner unter den abweichenden sexuellen Impulsen (Paraphilien) leidet. Personen, die über sogenannte abweichende sexuelle Neigungen verfügen, jedoch nicht darunter leiden, werden auch nicht als gestört oder behandlungsbedürftig angesehen, solange sie weder andere noch sich selbst durch ihre «abweichenden» sexuellen Bedürfnisse beeinträchtigen oder gefährden. Paraphilien betreffen überwiegend Männer.

Wann sind Paraphilien behandlungsbedürftig?

Es besteht nur eine behandlungsbedürftige Störung der Sexualpräferenz, wenn der Betroffene selbst oder der Sexualpartner unter den abweichenden sexuellen Impulsen (Paraphilien) leidet. Personen, die über sogenannte abweichende sexuelle Neigungen verfügen, jedoch nicht darunter leiden, werden auch nicht als gestört oder behandlungsbedürftig angesehen, solange sie weder andere noch sich selbst durch ihre abweichenden sexuellen Bedürfnisse beeinträchtigen oder gefährden. Paraphilien betreffen überwiegend Männer. Typische Beispiel sind  sexuelle Erregbarkeit mit und/oder durch Gegenstände(n) wie Schuhe, Strümpfe, Wäsche etc. (sog. «Sexueller Fetischismus») oder die Vorliebe, frauentypische Kleidungsstücke zu tragen (z.B. Seidenstrümpfe und Dessous), weil dies als sexuell erregend erlebt wird (sog. «Transvestitischer Fetischismus»).

Woher kommen Paraphilien?

Nach bisherigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand zeigen sich Paraphilien in der Pubertät und sind dann im weiteren Leben unveränderbar. Sie sind Schicksal und nicht Wahl: Keiner hat sich seine Präferenzen ausgesucht. Die Entstehung wird letztlich noch nicht verstanden. Im Einzelfall mögen Entstehungsgeschichten nachvollziehbar sein. Die eigentlichen Ursachen sind noch nicht bekannt.

Wie kann eine Therapie helfen?

Bei einer Therapie geht es im Kern nicht um eine Heilung der Paraphilie, sondern wie ein Betroffener sich im Leben mit diesem Problem zurechtfindet. Er kann lernen, sich mit diesen inneren Erlebensanteilen zu »arrangieren«, um dadurch weniger stark von mit Selbstzweifeln geplagt zu werden. Meist stellt sich die Frage, ob ein Partner oder eine Partnerin ihn mit seinem Problem wirklich akzeptieren würde bzw. könnte. Diese Verunsicherung kann die Partnersuche erschweren oder bestehende Partnerschaften gefährden. Eine Einzel oder Paartherapie kann helfen, dass der Betroffen und seine Partnerin mit diesem Problem zurecht findet.

Fetischismus

Ein wenig Fetisch steckt in jedem von uns

Fetische sind Objekte, die Menschen sexuell erregen, und der sexuellen Befriedigung dient. Fetische können unbelebte, leblosen Gegenstände sein. Bekannte, häufige Fetische sind Seide, Strümpfe, Latex oder Lederkleider Puppen. Aber auch aber auch Körperteile, wie Brüste, der Po, die Geschlechtsorgane, die Füsse, Hände, Augen, Sixpack, Bizeps, lackierte Finger- oder Fussnägel können Menschen faszinieren und sexuell erregen. Die Liste der Spielzeuge und Körperteile scheinen unendlich. Die Beispiele zeigen auch dass in der Liebe jeder seinen Fetisch findet, wie schon der französische Psychologe Alfred Binet schon 1887 schrieb. In der Medizingeschichte wurde später Fetischismus als etwas krankhaftes bezeichnet. Die moderne Sexualmedizin ist wieder zur Auffassung von Pinet zurückgekehrt.

Die Ursache, warum ein Mensch gerade auf einen bestimmten Fetisch steht, ist unbekannt. In der Forschung werde genetische und erworbene, also erlernte oder beide Möglichkeiten diskutiert. Z.B. können Fetische durch Masturbation und Pornos konditioniert werden. Fetische sind eher für Männer interessant, weil bei Ihnen im Allgemeinen eher Erregung übers optische stattfinden.

Fetische können lebenslang bestehen bleiben, gerade wenn sie schon als Kind auftraten oder können auch verschwinden, gerade wenn die Paarsexualität wichtiger wird. Fetischismus ist also etwas sehr häufiges und nicht per se problematisch oder ein gestörtes Verhalten.

Wenn das Interesse am Fetisch kann losgelöst vom Partner als Person wichtiger ist sein. Dadurch kann sich der Partner sexuell nicht mehr attraktiv fühlt, was auf das Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Sie fühlen sich dann aussen vor, was zu Paarproblemen führen kann

Wo beginnt aber Fetisch problematisch zu werden?

Fetischismus kann selbstschädigend sein. Beispiele dafür sind das Einführen Gegenstände in Körperöffnungen oder Penis in das Staubsaugerrohr stecken. Problematisch ist auch wenn die Gesundheit des Partners beeinträchtigt wird, wie Infektionen durch Körperflüssigkeiten.

Februar 2019/Ap

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Sexuelle Vorlieben: Ein bisschen Fetisch steckt in uns allen

Zeit PODCAST vom 26.3.2018: IST DAS NORMAL / SEXUELLE VORLIEBEN: Ein bisschen Fetisch steckt in uns allen

Fetischistischer Transvestitismus

Diese Störung unterscheidet sich vom einfachen Fetischismus dadurch, dass Fetischgegenstände oder Kleidung nicht nur getragen werden, sondern auch den Anschein erwecken sollen, dass es sich um eine Person des anderen Geschlechts handelt. Meistens wird mehr als ein Gegenstand getragen und oft handelt es sich um eine vollständige Ausstattung mit Perücke und Makeup.
Fetischistischer Transvestitismus unterscheidet sich vom transsexuellen Transvestitismus durch die deutliche Koppelung an sexuelle Erregung und das starke Verlangen, die Kleidung nach dem eingetretenen Orgasmus und dem Nachlassen der sexuellen Erregung abzulegen.

Exhibitionismus

Es besteht die wiederholte oder ständige Neigung, das Genitale vor meist gegengeschlechtlich Fremden in der Öffentlichkeit zu entblössen, ohne zu einem näheren Kontakt aufzufordern oder diesen zu wünschen. Meist wird das Zeigen von sexueller Erregung begleitet und kommt es zur Masturbation.
Die meisten Exhibitionisten empfinden ihren inneren Drang als schwer kontrollierbar und persönlichkeitsfremd. Wenn das Opfer erschrocken, ängstlich oder beeindruckt ist, erhöht dies häufig die Erregung des Exhibitionisten.

Voyeurismus

Es findet sich der Drang, anderen Menschen bei sexuellen Aktivitäten oder bei Intimitäten, beispielsweise beim Entkleiden, zuzusehen. Es passiert in der Regel heimlich und führt zu sexueller Erregung und Masturbation. Dem Voyeur ist die strikte Anonymität und Heimlichkeit sehr wichtig. Das Gleiche gilt für die prickelnde Gefahr, entdeckt zu werden.

Pädophilie

Sexuelle Präferenz für Kinder, die sich zumeist in der Vorpubertät oder im frühen Stadium der Pubertät befinden. Manche der Pädophilen haben nur an Mädchen, andere nur an Knaben Interesse, wieder andere sind sowohl an Mädchen als auch an Knaben interessiert.

Sadomasochismus

Es werden sexuelle Aktivitäten mit Zufügung von Schmerzen, Erniedrigung oder Fesseln bevorzugt. Wenn die betreffende Person diese Art der Stimulation gerne erleidet, handelt es sich um Masochismus, wenn sie sie jemand anderem zufügt, um Sadismus. Oft empfindet die betreffende Person sowohl bei masochistischen als auch bei sadistischen Aktivitäten sexuelle Erregung.
Gering ausgeprägte sadomasochistische Stimulation kommt zur Steigerung einer im Übrigen normalen Sexualität häufig vor.

Sonstige Störungen der Sexualpräferenz

Es gibt eine Vielzahl anderer relativ ungewöhnlicher sexueller Präferenzen und Aktivitäten.
Hierzu gehören obszöne Telefonanrufe, das Pressen des eigenen Körpers an andere Menschen in Menschenansammlungen oder öffentlichen Verkehrsmitteln zum Zweck der sexuellen Erregung (Frotteurismus), sexuelle Handlungen an Tieren (Sodomie, sexuelle Handlungen an Toten (Nekrophilie) oder Schlafenden (Somnophilie), Strangulation und Nutzung der Anoxie zur Steigerung der sexuellen Erregung oder eine Vorliebe für Partner mit bestimmten anatomischen Abnormitäten, wie z.B. amputierten Gliedmaßen.
Das Schlucken von Urin (Urophilie), Verschmieren von Kot (Koprophilie), das Essen von Kot (Koprophagie) oder das Durchstechen von Vorhaut oder Brustwarzen (Vampirismus) können zu den sadomasochistischen Verhaltensweisen gezählt werden.
Es gibt viele verschiedene Masturbationsrituale. Ausgefallenere Praktiken wie das Einführen von Gegenständen in das Rektum oder die männliche Urethra (Harnröhre) oder die unvollständige Eigenstrangulation erreichen dann das Stadium der Abweichung, wenn sie anstelle gebräuchlicher sexueller Praktiken stehen.
Sexuelles Verlangen nach und gegebenenfalls sexuelle Befriedigung im Kontakt mit Menschen sehr hohen Lebensalters (Gerontophilie) beiderlei Geschlechts. Dabei sind hetero- und homosexuelle Varianten möglich. Wenn der Kontakt zu Greisinnen und Greisen gesucht wird, die ihre Zustimmung aufgrund ihres Geisteszustandes nicht geben können, ist es eine Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung.