Liebe und Sexualität

Was ist Liebe?

Die Fragen nach der Liebe beschäftigen die Menschen seit jeher. Seit es schriftliche Zeugnisse der Menschheitsgeschichte gibt, sind es Hauptthemen in Philosophie, Literatur und auch viele Lieder zeugen davon.
Doch gute Antworten zu finden ist schwierig; aber einige wichtige Aspekte können wir beschreiben. In den ersten Monaten einer Liebesbeziehung spielen die Hormone verrückt, aber auch das psychische Gleichgewicht gerät durcheinander. Man denkt nur noch an den anderen und fühlt sich Zerrissen zwischen Überglücklich sein, Eifersucht, der Unsicherheit, ob der Partner einen noch gerne hat, trotz den Macken, die er irgendwann doch entdecken wird. Es braucht Monate bis Jahre, bis ein Paar sich etwas kennt in all seinen Vorzügen und Schwächen. Es gibt keinen anderen Lebensbereich, der für Menschen so wichtig ist und so wehtun kann. Die Liebe entwickelt und verändert sich lebenslang.

Seit Jahrhunderten wird um die Prägung von Liebe und Sexualität diskutiert. Umwelt, Kultur oder Gene? Auch heute verfügen wir noch über zu wenige Erkenntnisse. Sowohl Wissenschaftler als auch Philosophen sind sich nach wie vor uneinig.
In unserer Gesellschaft können wir unser Liebesleben so frei und selbstbestimmt führen wie uns entspricht: In einer festen Beziehung, entsprechend ihrer sexuellen Identität, getrennt, als Single, in Parallel oder Lebenszeitpartnerschaften. Das ist gut so. Freiheit und Autonomie sind vielen Menschen wichtig. Nichts desto trotz träumen 90% der Männer und Frauen von einer romantischen Beziehung, die ein Leben lang dauert und Sicherheit und Geborgenheit geben.

Es gibt viele Hinweise, dass eine lebenslange Partnerschaft in der Natur des Menschen liegt. Doch auch hier sind Menschen unterschiedlich gestrickt, die einen mögen es enger, die anderen etwas lockerer. Zum Glück haben in unserer westlichen Welt die meisten die Möglichkeit, nach ihrer Façon zu leben, nach den individuellen Bedürfnissen.

Wie wichtig ist Sexualität?

Sexualität ist ein menschliches Bedürfnis, ansonsten wäre die Menschheit längst ausgestorben. Es ist bei den meisten Menschen eine, vielleicht die wichtigste Nebensache im Leben. Allerdings kommt bei Paaren die Sexualität erst an sechster oder neunter Stelle je nach Umfrage. Und doch beschäftigt die Sexualität viele Menschen sehr stark. Sexuelle Attraktivität ist manchen Menschen zu wichtig, denn sie glauben geliebt und anerkannt zu werden hänge stark davon ab.

Sexualität im 21. Jahrhundert

In unserer Gesellschaft besteht eine Hypersexualisierung. Seit der „sexuellen“ Liberalisierung und dem world wide web hat sich der „freie Markt“ diesen Lebensbereich für kommerzielle Geschäfte entdeckt und erobert. Medien erhöhen ihre Auflagen mit sexualisierten Themen. Die Pornohersteller nutzen das Suchtpotential des Menschen schamlos aus. Aber auch Dating – Plattformen wie Tinder haben entdeckt, wie sie die Menschen von sich abhängig machen können. Sie nutzen die Hoffnung der Menschen einen passenden Partner fürs Leben zu finden aus. Dem einzelnen stehen unzählige Möglichkeiten um einen neuen Partner zu finden offen, einen noch besseren, reicheren, schöneren, anerkannteren. Algorithmen sollen es richten. So werden Illusionen aufgebaut. Gleichzeitig sind die Bedürfnisse des Einzelnen nach mehr Freiheit und Unabhängigkeit stärker geworden. Darunter vernachlässigen die meisten sich für eine Beziehung fit zu machen und zu lernen Beziehungen einzugehen, Kompromisse zu schliessen und sich in den anderen einzufühlen und gemeinsame, fruchtbare Gespräche zu führen. Die Folge davon sind mehr und leichtfertigere Trennungen und mehr Menschen, die gar keinen Versuch mehr wagen sich zu binden. Die Sexualität bleibt dabei auch auf der Strecke. Singles haben deutlich weniger Sex als Menschen in einer Beziehung.

Laut repräsentativen Umfragen und den Erfahrungen von Sexualmedizinern und -therapeuten haben sexuelle Probleme – wie Erektionsschwierigkeiten, Orgasmusprobleme oder Lustlosigkeit – auch von jungen Menschen in den letzten 15 Jahren um ein mehrfaches zugenommen. Auch die sexuell übertragbaren Infektionen und ihre Folgeerkrankungen sind insgesamt deutlich mehr geworden.

März 2019/Ap


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