Was ist eine HPV-Infektion?

Humane Papillomaviren (HPV) können zu Genitalwarzen oder selten auch zu Gebärmutterhalskrebs führen. Es gibt mehr als 100 verschiedene Typen. HPV-Infektionen gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. 60 bis 80 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz machen mindestens einmal in ihrem sexuell aktiven Leben eine HPV-Infektion durch. Eine Impfung für Frauen schützt vor einer Infektion gegen die häufigsten genitalen HPV-Typen 6,11,16,18. Sie sollte vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen und wird von den Krankenkassen bezahlt.

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Humane Papillomaviren (HPV)

Genitalwarzen und Krebs durch HPV

  • Normalerweise heilt die Infektion nach 6 bis 18 Monaten von selbst aus. Sie hinterlässt aber keine Immunität, so dass im Verlaufe des Lebens eine mehrmalige Ansteckung möglich ist.
  • Nur etwa 10 Prozent verlaufen chronisch und können zu Genitalwarzen führen (häufigste Typen: HPV 6 und 11) oder selten Krebsvorstufen am Gebärmutterhals hervorrufen (häufigste Typen: HPV 16 und 18).
  • Symptome von Genitalwarzen: Sie sind so gross wie Stecknadeln, manchmal wie Himbeeren, und können die umliegende Haut entzünden. Sie treten in Vagina, After oder am Penis auf. Sie sind in der Regel harmlos aber unangenehm und ansteckend.

Wie wird eine HPV-Infektion übertragen?

Durch vaginalen, analen und oralen Geschlechtsverkehr, durch Schmierinfektion oder bei der Geburt von der Mutter aufs Kind.

Wie werden Genitalwarzen und Krebs einer HPV-Infektion diagnostiziert?

  • Genitalwarzen: Sie werden vom Arzt durch Blickdiagnose und Tasten festgesellt.
  • Gebärmutterhalskrebs: Durch einen Gebärmutterhalsabstrich bei der routinemässigen Krebsvorsorgeuntersuchung wird er erkannt (PAP-Test). Auch geimpfte Frauen können auf die Vorsorge nicht verzichten, da in 25 Prozent der Fälle Gebärmutterhalskrebs von anderen HPV-Typen verursacht wird.

Wie wird behandelt?

Eine antivirale Therapie gegen das HPV gibt es nicht.

  • Für die Behandlung von Genitalwarzen bestehen verschiedene Behandlungsmethoden.
  • Krebsvorstufen und Krebs werden chirurgisch und medikamentös behandelt.

Müssen sich auch Partner behandeln lassen?

Informieren Sie ihre Sexpartner oder Sexpartnerinnen über die Infektion mit Genitalwarzen. Sie können sich dann untersuchen und gegebenenfalls auch behandeln lassen.

Wie kann ich mich schützen?

  • Mädchen und Jungs sollten sich vor Beginn der sexuellen Aktivität gegen die vier häufigsten HPV-Typen impfen lassen
  • Durch Verwendung von Kondomen bei Anal-, Vaginal- und Oral-Verkehr verringern Sie das Risiko einer Ansteckung. Allerdings nur begrenzt, da eine Infektion auch über die Haut stattfinden kann.
  • Frauen sollten alle ein bis zwei Jahre zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Dort wird ein PAP-Test durchgeführt, um Gebärmutterhalskrebs zu erkennen.
  • Gehen Sie bei Symptomen von Genitalwarzen zum Arzt
  • Wenn Sie mehrere Sexpartner oder Sexpartnerinnen haben, sollten Sie sich einmal im Jahr auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen lassen.

Geschichte aus dem Leben

 

Linda, 20, Röntgenassistentin

«Ich hatte erst zwei Beziehungen. Wo kamen diese hässlichen Warzen her? Wie sollte ich damit einen Partner finden?»

Linda, eine 20-jährige Röntgenassistentin, lernte den 22-jährigen Lehramtsstudenten Max kennen. Beide waren sehr verliebt und nach wenigen Wochen machte Max erste sexuelle Avancen. Aber Linda zierte sich. Früher war sie anders gewesen. Jetzt wusste sie nicht, wie sie sich verhalten sollte. Sie hegte ein gut gehütetes Geheimnis, das sie Max noch nicht verraten hatte: Sie litt unter Genitalwarzen.

Das kam so: Eines Tages kratzte sie sich im Genitalbereich, weil sie etwas irritierte und schaute mit einem kleinen Spiegel nach, was da war. Sie bemerkte kleine dunkle Flecken, die sich etwas härter als die Umgebung anfühlten. Weil sie das beunruhigte, vereinbarte sie einen Termin bei ihrer Frauenärztin. Die Diagnose lautete: Genitalwarzen.

Diese werden durch Viren mit dem Namen HPV verursacht und beim Sex übertragen. Die Frauenärztin zeigte ihr an den Schamlippen und am Scheideneingang kleine Warzen. «Die sahen eklig aus. Ich schämte mich dafür. Wie sollte ich damit einen Partner finden?»

Linda konnte sich nicht vorstellen, wie sie zu diesen Warzen gekommen war. «Ich hatte erst zwei Beziehungen. Die erste dauerte drei Jahre und ging vor einem Jahr auseinander. Die letzte dauerte nur vier Monate. Bei beiden Jungs bemerkte ich nie solche Dinger, das wäre mir sofort aufgefallen.»

Die Ärztin erklärte Linda, dass es viele Männer wie auch Frauen gibt, die solche Viren in den Schleimhäuten beherbergen – ohne es zu merken. Manchmal, nach Monaten oder einem Jahr, entstehen daraus Genitalwarzen. In 9 von 10 Fällen heilt die Infektion komplikationslos ab und die Viren verschwinden wieder aus dem Körper.

Linda bekam nun eine Salbe, die sie auftragen musste. Nach der ersten Kur war es nur wenig besser, zwei weitere folgten. Dann sah man keine Warzen mehr. Für Linda war es schwierig gewesen, Max ihr Geheimnis zu verraten. Aber Max schätzte es als Vertrauenbeweis und hielt zu ihr.